EBT, TUMCS

Neues Paper der Professur für Elektrobiotechnologie: Optimierung natürlicher Wasserstoff-Biokatalysatoren für Energieanwendungen

Grüner Wasserstoff erfordert nicht nur erneuerbare Energiequellen, sondern auch nachhaltige Katalysatoren. Heutige Brennstoffzellen, die aus Wasserstoff Strom erzeugen, basieren zumeist auf Platin als Katalysator. Dies birgt jedoch ein Problem, denn Platin ist zwar sehr effektiv, jedoch weder grün noch erneuerbar; es wird in Minen abgebaut, und die weltweiten Platinreserven sind stark begrenzt.

Einige Hydrogenasen können aktiviert werden, indem ihr aktives Zentrum zum inaktiven Enzym hinzugefügt wird, das von Mikroorganismen produziert wurde. Dieser Prozess ermöglicht die großtechnische Produktion dieser Enzyme. Bei einer der vielversprechendsten Hydrogenasen dauert dieser Aktivierungsschritt jedoch außergewöhnlich lange, was die großtechnische Produktion erschwert. Durch eine Optimierung des Designs dieses Enzyms ist es Forschern gelungen, diesen Aktivierungsschritt um das 40-fache zu verkürzen.

Die Natur als Vorbild

Hydrogenasen hingegen sind echte „grüne“ Wasserstoffkatalysatoren (obwohl sie braun sind). Als Enzyme werden sie von Mikroorganismen auf natürliche Weise produziert und bestehen gänzlich aus Elementen, die auf der Erde reichlich vorhanden sind. Die Herstellung von Hydrogenasen in großem Maßstab ist jedoch bisher eine Herausforderung, vor allem weil diese Enzyme einen Aktivierungsprozess durchlaufen müssen. Während dieser Aktivierung muss das aktive Zentrum – an dem die Katalyse stattfindet – stabil in das Proteingerüst eingebettet werden, was bei manchen Hydrogenasen schwierig ist.

Leider ist dieser Aktivierungsschritt ausgerechnet bei einer der vielversprechendsten Hydrogenasen außergewöhnlich langsam. Forschende der Professur für Elektrobiotechnologie am TUM Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit haben nun gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern herausgefunden, dass dies auf die hohe Flexibilität eines Teils des Proteingerüsts zurückzuführen ist, der das aktive Zentrum hält. Aufgrund dieser hohen Flexibilität kann sich das Proteingerüst nicht schnell schließen und das eingefügte aktive Zentrum stabil an seinem Platz halten.

Optimierung von Biokatalysatoren für Energiesysteme 

Um dieses Problem zu lösen, haben die Forscher die Hydrogenase nun optimiert, indem sie die beiden Untereinheiten, die zusammen das aktive Enzym bilden, miteinander verbunden haben. Sie entwarfen und testeten verschiedene Verbindungsstücke, um die Enden der Untereinheiten miteinander zu verknüpfen, wodurch die Flexibilität des Proteingerüsts lokal verringert wird. Dies ermöglicht ein schnelleres Verschließen des Proteingerüsts um das aktive Zentrum und verkürzt die für den Aktivierungsprozess erforderliche Zeit um den Faktor 40.

Dieser Fortschritt beseitigt eines der großen Hindernisse für die großtechnische Herstellung dieses hocheffizienten, platinfreien Wasserstoffkatalysators und wurde kürzlich in der Fachzeitschrift Chemical Science veröffentlicht.

Publikation

Jan Jaenecke, Konstantin Bikbaev, Miriam Malagnini, Julia Bronold, Shanika Yadav, Ulf-Peter Apfel, Christophe Léger, James A. Birrell, Ingrid Span, Nicolas Plumeré, Martin Winkler, Chem. Sci “Subunit fusion unlocks rapid in vitro maturation for slowly activating heterodimeric [FeFe]-hydrogenases” (2026) 

DOI: 10.1039/D5SC07299A